Kuba – Die wichtigsten Informationen

Kuba ist definitiv eine Reise wert – aber man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass das alles schon so ähnlich läuft, wie in Europa. Sogar Asien-Erfahrene werden hier vor einige Hindernisse stoßen, die man so nicht für möglich gehalten hätte. Es ist halt doch ein sozialistischer Staat. In diesem Artikel bekommt ihr einige Informationen, die euch das Leben dort erleichtern werden.

Falls ihr euch mehr für Reiserouten und Tipps interessiert, schaut euch gerne den Hauptartikel zu Kuba an. Oder doch gleich die Schönheit Havannas?

Ich versuche ein paar Fragen für euch im Vorfeld zu klären:

  1. Wie bekomme ich ein Visum? Was ist eine Touristenkarte?
  2. Wie streng ist das mit der Krankenversicherung?
  3. Was ist eine Casa Particular und wie komme ich dort unter?
  4. Wie komme ich auf Kuba von A nach B?
  5. CUC und CUP? Und wieso funktioniert nicht jede Kreditkarte?
  6. Komme ich ins Internet?

Das Visum / Die Touristenkarte

Nach Kuba zu kommen ist als deutscher Staatsbürger nicht allzu schwer. Wir waren in Berlin in der Botschaft von Kuba, haben dafür 22€ pro Karte gezahlt, die dann aber auch schon bedruckt war. Im Internet gibt es einige Anbieter, die auch seriös Touristenkarten zum Selbstausfüllen verschicken für ein paar Euro mehr – falls man nicht Berliner ist, eine durchaus lohnenswerte Alternative.

In der Botschaft wird einem aber eine Frage begegnen: Haben sie den Nachweis für eine Auslandskrankenversicherung dabei?

Die Auslandskrankenversicherung

Auf Kuba benötigt ihr eine Auslandskrankenversicherung – ohne wenn und aber. Unabhängig davon, dass man die für jedes Land abschließen sollte, seid ihr in Kuba dazu verpflichtet, sonst kann euch im schlimmsten Fall die Einreise verwehrt bleiben. Wenn ihr eine habt, solltet ihr euch am besten eine Bestätigung auf spanisch ausstellen lassen, auf der explizit erwähnt ist, dass die Versicherung auf für Kuba gilt. Falls ihr das nicht bei der Botschaft vorlegen könnt, wird die Person deutlich darauf hinweisen, dass ihr das vor Ort nachweisen müsst. Wir mussten nicht, haben aber Reisende kennengelernt, die in Genuß einer Stichprobe kamen.

Casa Particular – Airbnb in seiner Ursprungform

Die Kubaner waren der Zeit weit voraus – seit es dort erlaubt ist, vermietet quasi jeder einen Teil seiner Wohnung als Ferienwohnung. Manchmal sind es Zimmer, manchmal komplette Wohnungen, teilweise erinnert es schon fast an ein Hotel. Casa Particulares sind auf jeden Fall die beste und eine relativ preisgünstige Möglichkeit durch Kuba zu reisen und die Einheimischen kennenzulernen – wenn man kein spanisch spricht, ist das manchmal auch eine sehr lustige Unterhaltung 😉

Die erste Casa in Havanna haben wir auf Airbnb gebucht, das hat auch super geklappt, jede weitere haben wir aber vor Ort gebucht, da telefonische Reservierung auf Kuba das Mittel der Wahl ist. Euer Gastgeber ruft immer gerne bei der nächsten Casa an und reserviert für euch ein Zimmer. Unsere Empfehlungen kamen von Stefan Loose* oder teilweise auch von Google, wenn es möglich war.

Reisen auf Kuba

Eine Kutschenfahrt in Santa Clara

Auf Kuba gibt es eine begrenzte Auswahl an Möglichkeiten um von A nach B zu kommen. Innerhalb einer Stadt mit Taxi, Rikscha, Kutschen, oder auf die einheimische Art mit Bussen – das funktioniert als Europäer aber eher semi-gut. Man sollte auf jeden Fall ein gutes Gespür für einen realistischen Preis haben, da gerade in Havanna die Preise zu hoch angesetzt werden und man nachverhandeln sollte.

Vor allem sollte man wissen, wie CUP aussehen, um nicht die falsche Währung gewechselt zu bekommen. Aber dazu mehr im nächsten Absatz.

Einen Mietwagen bekommt man auf Kuba auch, ist aber recht teuer mit ca. 50-60€ pro Tag und gerade innerhalb der Stadt ohne Schilder ist es nicht ganz einfach.

Um von der einen Stadt zur anderen zu kommen, haben wir 3 Möglichkeiten genutzt:

Viazul-Busse

Viazul Fahrplan
Viazul Station Havanna
Viazul Fahrplan
Viazul Fahrplan

Die beliebteste Methode für Individualtouristen um durch Kuba zu reisen – man kennt Reisebusse spätestens seit Flixbus. Die hiesige Version ist eher aus den frühen 90ern, aber besitzt schon eine wertvolle Klimaanlage. Die Preise sind günstig und man reist relativ entspannt. Beliebte Routen sind oft im Vorfeld ausgebucht, auch konnten wir kein überall gültiges System erkennen. Manchmal durften wir Karten im Voraus kaufen, manchmal nicht und der Bus wurde erst mit Kubanern gefüllt, es kommt wohl immer auf die Personen an den Stationen an.  Seid auf jeden Fall mit 30 Minuten Puffer vor Ort. Man kann Tickets auch online kaufen, haben wir aber nie gemacht. Wie immer auf Kuba ist eine gewisse Grundentspanntheit von Vorteil.

Viazul Stop
Ein Zwischenstop mit dem Viazul

Colectivo

Colectivos sind Sammeltaxis auf Kuba und finden meistens in einem Oldtimer statt – die Gelegenheit mal, in so einem zu fahren. Natürlich ist es ein Erlebnis, aber nach einer langen Strecke kann auch die eine oder andere Pobacke wehtun, oder man ist so benebelt vom Benzingeruch, dass man nächstes Mal wieder ein anderes Fortbewegungsmittel sucht. Ausprobieren sollte man es allemal.

kuba colectivo
Ein Colectivo ist ein guter Weg um Einheimische kennenzulernen

Es gibt diverse Möglichkeiten an ein Colectivo zu kommen – im Prinzip kennt jeder Kubaner einen, der ein Taxi hat. Dein Gastgeber vermittelt dich immer gern, aber ihr werdet auch an jeder Busstation von den Fahrern oder Zulieferern angesprochen – der Preis orientiert sich an den Viazul-Preisen, ist manchmal aber auch etwas günstiger. Der Vorteil ist auch, man wird direkt zu seiner Unterkunft gebracht und kann sofort los, ohne noch eine Stunde auf den Bus zu warten.

(Miet-)Taxi

Auf Kuba gibt es auch normale Taxis, immer noch preiswert, aber deutlich teurer als alles andere – dafür auch mit neueren und moderneren Autos. Teilweise kann man sich auch einen Fahrer für einen kompletten Tag mieten und einen Festpreis ausmachen. Zwei Beispiele:

  • In Varadero kostet ein Taxi vom Viazul ins Hotel 6-10 CUC, je nachdem auf welcher Höhe. Da kann man auch nicht groß handeln, die Taxifahrer dort wissen um ihre Situation.
  • Von Cienfuegos nach Trinidad haben wir in einem Privattaxi einen Tagesausflug gemacht. Wir wurden abgeholt, wann wir wollten, der Fahrer hat vor Ort auf uns gewartet, so lange wir wollten, es ging alles sehr unkompliziert. Die Fahrzeit war ca. jeweils eine Stunde, wir haben 60 CUC für den ganzen Tag bezahlt inkl. der Fremdenführerqualitäten des Taxifahrers.

CUC und CUP

Kuba hat 2 Währungen – eine für Touristen, eine für Einheimische. Offiziell kommt man als Besucher nur an CUC (Currency Convertible), der sich am USD orientiert und den gleichen Wert hat. Einheimische zahlen mit CUP (Cubanische Pesos), die wiederum mit dem Faktor 24 umrechenbar sind. Also: 24 CUP = 1 CUC. Es ist eigentlich kein Problem, als Tourist auch an Pesos zu kommen, jeder Taxifahrer gibt einem gerne die einheimische Währung raus. Wenn man allerdings nicht weiß, welche Währung welche ist, kann man auch leicht übers Ohr gehauen werden. Faustregel: Scheine mit Che Guevara sind CUP.

Achtung:  Bei Kreditkarten ist es nicht ganz einfach. Während man mit VISA häufig noch an Geldautomaten zu Geld kommt, wird Mastercard im ganzen Land nicht unterstützt. Es kommt aber leider auch oft vor, dass der Automat mal nicht will und man nicht weiß, was los ist.

Internet auf der Insel

In Kuba gibt es kein mobiles Internet. Das macht es nicht ganz so leicht, bei den gängigen Portalen nach Tipps zu essen zu schauen. Es gibt aber in Städten an einigen Plätzen öffentliche WIFI Hotspots, in die sich jeder einloggen kann. Diese sind bei Openstreetmaps eingezeichnet, man erkennt sie aber ganz leicht daran, dass viele Kubaner rumstehen und auf ihr Display schauen.

Das ist aber noch nicht das ganze Hindernis. Man muss Internetkarten kaufen, auf denen Zugänge sind, die jeweils eine Stunde halten. Diese bekommt man an vielen Straßenecken, von Händlern an den Parks oder auch in diversen Hotels oder Telefonläden der Städte. Die Karten kosten regulär 1 CUC, manche Händler verkaufen sie auch für 2 CUC.

Wifi Kuba
Ein Wifi Hotspot in Trinidad im Park.

Habt ihr noch nützliche Hinweise für Kuba? Dann hinterlasst einen Kommentar!

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